Mariendistel
Wer hat sich nicht schon mal die Frage gestellt, wie wir unsere persönliche Chemiefabrik, die Leber, stärken und schützen können. Besonders nach feucht-fröhlichen Veranstaltungen fragt man sich, ob die Leber „das“ so alles verkraftet und wie man ihr helfen kann. Apothekern fällt dann eigentlich immer die Mariendistel ein.
Ihren Namen verdankt sie einer Legende: Auf der Flucht nach Ägypten wollte Marie ihr Kind stillen. Sie suchte Schutz unter dem Blätterdach der Mariendistel. Da beim Stillen einige Tropfen Milch auf die Blätter fielen, wurde das Kraut gefleckt und gestreift.
Die Mariendistel wird auch als „wilde Artischocke“ bezeichnet, andere volkstümliche Bezeichnungen sind Stechkraut, Venusdistel, Weißdistel, Frauendistel, Magendistel, Schreckdistel, Heilanddistel, Stichsamen, Stichsaat, Milchdistel, Fieberdistel und Felddistel.
Paracelsus empfahl die Mariendistel gegen „inneres Stechen“. Der Arzt Johann Gottfried Rademacher (1722 bis 1850) entdeckte die Mariendistel als Heilpflanze zur Therapie von Lebererkrankungen. Sie wird heute noch als Schutzmittel für die Leber empfohlen.

Heimat der Heilpflanze ist Südeuropa, Nordafrika, Kleinasien und Südrussland. Die Mariendistel wird in Deutschland, Österreich und Osteuropa schon seit dem Mittelalter unter anderem in Klostergärten angebaut. In der Volksheilkunde wurde sie häufig bei Seitenstechen, Milzleiden, Malaria, Migräne, Reisekrankheit und chronischen Lebererkrankungen eingesetzt.
Der botanische Name ist Silybum marianum. Er kommt aus dem griechischen (Silybum = Quaste). Der griechische Arzt Dioskurides (40-90 nach Christi Geburt) erwähnte schon die Heilpflanze Mariendistel. In älteren Büchern findet man auch noch den Namen „Carduus marianus“.
Die Mariendistel gehört zur Familie der Korbblütler .Medizinische Verwendung finden das Kraut und die im Spätsommer geernteten Samen. Die leberschützenden Eigenschaften der Mariendistel-Früchte sind in klinischen Studien der letzten Jahre mehrfach wissenschaftlich belegt. Der Hauptwirkstoff ist das Silymarin, welches in der Fruchtschale enthalten ist. Da Silymarin nicht wasserlöslich ist, können die Samen nicht als Tee eingesetzt werden.
Mariendistelpräparate enthalten einen hochkonzentrierten Trockenextrakt mit definiertem Silymaringehalt pro Kapsel oder Tablette. Die Mariendistel ist ein wirksames natürliches Heilmittel. Sie schützt die Leber und hilft Leberstörungen und Leberschwäche zu lindern und zu entgiften.
Die wichtigsten Anwendungsgebiete der Mariendistel sind: Verdauungsbeschwerden, Leberzirrhose, Alkohol – und Medikamentenvergiftungen, chronisch entzündliche Lebererkrankungen.
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