Hauptinhaltsstoff Coffein

Pharmakologie

Coffein ist der bekannteste Inhaltsstoff des Tees und wird wegen seiner belebenden Wirkung geschätzt. Der Coffeingehalt von Teeblättern schwankt ja nach Sorte und Herkunft zwischen 0,9% und 5%. Eine Tasse Tee (150ml) kann daher zwischen 2mg und 5mg Coffein enthalten. Pharmakologisch sind zwei Mechanismen von praktischem Interesse:

  • 1. Eine kompetitive Hemmung erregender oder hemmender Adenosin-Rezeptoren, die in fast allen Geweben vorkommen und beispielsweise zur Regulation der Hirn- und Herzdurchblutung sowie der Freisetzung von Transmittern (z.B. Noradrenalin) wesentlich beitragen.
  • 2. In höherer, klinisch noch erreichbarer Konzentration hemmt Coffein die Phosphodiesterase, die für den cAMP-Abbau verantwortlich ist. Der dadurch bedingte überadditive Effekt einer gleichzeitigen Einwirkung von Coffein und Catecholaminen kann teilweise zur Erklärung der Unverträglichkeit von Tee bei bestimmten Krankheiten oder Medikationen herangezogen werden.

Zentral erregende Wirkungen

Die Anregung des zentralen Nervensystems ist der bekannteste und beliebteste Effekt des Tees. So werden nach zwei bis vier Tassen psychische Grundfunktionen (z.B. Antrieb und Stimmung) sowie die Willkürmotorik (z.B. größeres Schreibtempo bei geringerer Fehlerquote) gesteigert, die Reaktionszeiten verkürzt, die Stimmungslage gehoben, der Lernprozess verbessert. Der Eintritt dieser Wirkungen, die etwa nach 40 Minuten ihr Maximum erreicht, ist allerdings abhängig von der

  • Zubereitung: Der Tee darf nur etwa drei Minuten ziehen (danach kann der stimulierende Effekt ausbleiben bzw. in einen sedierenden übergehen)
  • Ausgangslage: Die antihypnotische, leistungssteigernde Wirkung ist am ehesten bei Ermüdung zu erwarten
  • Toleranz: Bei längerer Gewöhnung an coffeinhaltige Getränke ist die Wirkung weniger stark und zuverlässig, als bei gelegentlichem Teegenuss

Die allgemein bekannte Erfahrung, dass Tee langsamer und weniger analeptisch wirkt als Kaffee, hat mehrere Ursachen: geringerer Coffeingehalt und Bindung des Coffeins an die resorptionshemmenden Gerbstoffe.

Zentralnervöse Folgen einer akuten Überdosierung, (z.B. Schlafstörungen, Unruhe, Reizbarkeit, Ideenflucht und Tremor), oder eines chronischen Abusus sind nach dem Genuss von Tee im Vergleich zum Kaffee selten.

Herz- und Kreislaufwirkungen

Durch die positiv inotrope Wirkung des Coffeins nimmt die Auswurfleistung besonders am insuffizienten Herzen kurzfristig zu. Diese Aktivitätssteigerung ist allerdings mit einem erhöhten Sauerstoffverbrauch verbunden, so dass sich pektanginöse Beschwerden trotz des koronardilatierenden Effekts verstärken können. Die Herzfrequenz wird durch Tee weniger beeinflusst als durch Kaffee, kann aber trotzdem abhängig von der aufgenommenen Menge, individueller Verträglichkeit und Ausganglage gesteigert oder gesenkt werden.

Der periphere Kreislaufeffekt des Tees ist von so vielen Faktoren abhängig, dass keine klare Aussage möglich ist. Als Faustregel gilt, dass durch Tee einem Hypotoniker häufig genützt, einem Hypertoniker zumindest nicht geschadet werden kann.

Wirkungen auf Niere und Leber

Coffein hat eine diuretische Wirkung, die durch das Teewasser und ggf. überadditiv auch durch Zusätze von Alkohol verstärkt wird. Die Leberenzyme werden durch Coffein angeregt, dadurch wird bei länger dauerndem Teegenuß die Elimination bestimmter Arzneistoffe gefördert.

 



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