Geschichte Widukind-Apotheke Wolfsburg

70 Jahre WidukindApotheke

Wie alles begann...

Im März 1940 gründete Wilhelm Nabel die WidukindApotheke. Er hatte vorher eine Apotheke im Dorf Kolkwitz bei Cottbus und zog mit allem Inventar hierher. Die alten Apothekenschränke mit Schubladen für Heilkräuter in der Offizin, die heute noch teilweise benutzt werden, kommen aus dieser ehemaligen Apotheke im Spreewald.

Wilhelm Nabel stammte aus Schöningen und hatte in Braunschweig Pharmazie studiert. Er wollte wieder in seine Heimat zurück und am Aufbau der neuen „Stadt des KdF-Wagens" mitwirken. Im Juni 1939 veröffentlichte der Regierungspräsident in Lüneburg die Ausschreibung: „In der Stadt des KdF-Wagens soll eine Apotheke neu errichtet und alsbald eröffnet werden. Die Konzession wird nach Maßgabe der Kabinettsordre vom 30. Juni 1894 vergeben ...".

Wilhelm Nabel 1940 bauarbeiter
Wilhelm Nabel WidukindApotheke 1940 Italienische Bauarbeiter auf dem Dach

1940 waren die ersten Häuser der zwei Jahre zuvor gegründeten Stadt (fast) bezugsfertig. Allerdings war der Block 1 Straße P/6 Bauabschnitt 11 noch nicht ganz fertig, auf den Baugerüsten arbeiteten die italienischen Maurer am Außenputz, es fehlten Türen, Fenster und Treppengeländer.

Trotzdem wurde mit der Einrichtung begonnen und die Apotheke am 15. März 1940 eröffnet. Noch wochenlang wurden abends die Türen und Fenster provisorisch mit Brettern verschlossen.

Bald darauf gab es auch eine richtige Adresse: Moltkestraße/Ecke Schlieffenstraße.

Das Handelsregister des Amtsgerichts Fallersleben (zuständig für die entstehende Stadt) nennt als Geschäftszweck „Apotheke und Drogenhandlung". Das Wort „Drogen" bezeichnete damals Heilkräuter und benennt sehr gut den Schwerpunkt des Arzneischatzes der Zeit.

Medikamente wurden fast alle aus knappen Rohstoffen im eigenen Labor und in der großen Rezeptur hergestellt. Pharmazeutische Handwerkskunst war gefragt, um aus den vorhandenen Kräutern und Ölen - meist mit etwas Alkohol und manchmal unter Zusatz von Chemikalien wie Borsäure, Schwefel oder Salicylsäure - wirksame Arzneimittel herzustellen.

Auch frisch gesammelte Kräuter aus der Umgebung wurden angekauft, fachkundig aufbereitet und verarbeitet.

Gunter Nabel, 1942 geboren, erinnert sich nicht nur an den Duft der Kräuter aus den kommodenartigen Trockenschränken sondern auch an weniger angenehme Gerüche: „Im Keller gab es ein 100-Liter-Fass mit Lebertran. Die Kunden kamen mit Tassen und Flaschen, um diesen wichtigen Nährstoff und Vitaminspender zu kaufen. Auch wir Apothekerkinder mussten öfter mal einen Löffel voll schlucken. Den Geruch habe ich heute noch in der Nase - daran denke ich nicht mit Freude zurück."

Kriegsende und Wirtschaftswunder

Die Entwicklung der WidukindApotheke war eng mit der Entwicklung Wolfsburgs verbunden.

Nach Kriegsende fanden viele Kollegen, die als Flüchtlinge aus den Ostgebieten kamen, hier ihren ersten Arbeitsplatz.

Bis 1951 blieb die WidukindApotheke einzige Apotheke am Ort. Wolfsburg hatte ca. 25.000 Einwohner, 16 Praktische Ärzte und fünf Zahnärzte, als eine weitere staatliche Konzession für eine Apotheke vergeben wurde.

1950
Offizin 1950

1958 hatte das Verfassungsgericht festgestellt, dass Beschränkungen zur Eröffnung einer Apotheke gegen das Grundgesetz verstoßen.

Neben Wilhelm Nabel arbeiteten sechs weitere approbierte Apotheker in der WidukindApotheke. Einige von ihnen gründeten in den 60er Jahren eigene Apotheken in Wolfsburg und Braunschweig. Die Stadt folgte dem allgemeinen Trend in der aufstrebenden Bundesrepublik, sie hatte Magnetwirkung. Allein 1960 zogen über 3.000 Menschen in die ständig wachsende Volkswagenstadt.

Heute sind neun der 22 Apotheken in der Kernstadt Gründungen von ehemaligen Mitarbeitern der WidukindApotheke. Daraus entwickelte sich zunehmender Wettbewerb, denn es bestehen keinerlei wirtschaftliche Verflechtungen zwischen den Apotheken.

Die nächste Generation

1973 übernimmt Gunter Nabel die Widukind Apotheke von seinem Vater. In Wolfsburg geboren und aufgewachsen begann er seine Ausbildung zum Apotheker nach dem Abitur 1962 als Praktikant in der Hof Apotheke in Kiel. Hier erhielt er neben den Grundlagen der Pharmazie auch einen ersten Einblick in die Berufspolitik, denn sein Chef Dr. Hans Karl Rüdel hatte als Abgeordneter des Deutschen Bundestags maßgeblich am Apothekengesetz mitgewirkt.

Gunter Nabel 1977 1975
Gunter Nabel 1974 Offizin 1975

Das Interesse an den Bedingungen unter denen Apotheker arbeiten und die Möglichkeiten sie mitzugestalten, haben bis heute sein Engagement in den Berufs-Organisationen bestimmt: als Bezirks-Vorsitzender des Apothekerverbands in Wolfsburg, im Vorstand des Apothekerverbands Niedersachsen und in anderen Funktionen.

Aber erst mal musste die väterliche Apotheke zeitgemäßen Bedingungen angepasst werden. Die Räume waren eigentlich nie besonders gut für eine Apotheke geeignet. Wilhelm Nabel hatte im Laufe der Entwicklung immer wieder Wohnungen im Haus hinzugemietet, die teils über Treppen verbunden, den Betrieb wie einen verzweigten Fuchsbau erscheinen ließen. Größere Umbauten erschienen unausweichlich. So entstand der heutige Grundriss der Apotheke nach organisatorischen Gesichtspunkten im Stil der 70er Jahre. 1986 entschloss sich Gunter Nabel, in einem weiteren Umbau historische Elemente der 40er-Jahre-Architektur mit den Bedürfnissen und Funktionen eines modernen Apothekenbetriebs zu vereinen. Der zur Goethestraße ausgerichtete Bau wurde zum Eckhaus umgestaltet, der benachbarte Hauseingang Schillerstraße 31 mit drei Arztpraxen durch einen weiteren Zugang in den Gesamteindruck einbezogen.

Die relativ kleinen Schaufenster bieten Einblick in die Apotheke und gleichzeitig Hinweise auf ihr Leistungsangebot. Ein großflächig hinterleuchtetes Glasdach gibt dem Innenraum Transparenz. Der Betrachter erkennt Schwerpunkte: Der Kräuterbereich mit alten Möbeln, den Verkaufsbereich, den Platz für ein persönliches Gespräch und den Freiwahlbereich mit einem umfangreichen Angebot von pflegender Kosmetik und Wellnessprodukten.

Auch diese Ansicht der WidukindApotheke ist inzwischen Geschichte:

Im Jahr 2010 erfolgte eine erneute Umgestaltung. Es begann mit kleinen Ausbesserungsarbeiten: Über den Geschäftsräumen bohrte ein Handwerker versehentlich ein Wasserrohr an. Der Schaden blieb zunächst unbemerkt. Wasser sammelte sich über der abgehängten Decke an – und kam schließlich durch. Teile der Decke mussten ersetzt werden. Dabei wurde festgestellt, dass die Gesamtkonstruktion nicht mehr den aktuellen Brandschutzvorschriften entsprach, damit war eine  größere Bausanierung verbunden.

Die gesamten Verkaufsräume mussten geräumt werden, die WidukindApotheke zog für drei Monate in die Räume der  benachbarte Eisdiele, die gerade Winterpause machte. Pünktlich zu Weihnachten fand der Umzug zurück in die traditionsreichen Räume statt. Natürlich wurde die Gelegenheit genutzt, die Einrichtung den modernen Erfordernissen anzupassen. Jetzt erstrahlt die WidukindApotheke in neuem Glanz.

Verkaufsraum-NEU_



Öffnungszeiten

Wir sind zu folgenden Zeiten für Sie da.

Montag08:30 - 18:30 Uhr
Dienstag08:30 - 18:30 Uhr
Mittwoch08:30 - 18:30 Uhr
Donnerstag08:30 - 18:30 Uhr
Freitag08:30 - 18:30 Uhr
Samstag09:00 - 13:00 Uhr

So finden Sie uns

Widukind-Apotheke
Goethestr. 59 a
38440 Wolfsburg

In Google Maps öffnen

Telefon:0536114077
Fax:0536114313
E-Mail:WidukindApotheke@wolfsburg.de

Kartenansicht

Notdienst

Finden Sie hier die heutige Notdienstapotheke in Ihrer Nähe!

Notdienstplan ansehen