Das Ginkgo Blatt

Das Signet unserer Apotheke ist ein Blatt des Ginkgobaumes (ginkgo biloba).

gingko_blattWarum der Ginkgo?

Ginkgogewächse haben über mehrere hundert Millionen Jahre alle Umwälzungen auf der Erde überdauert. Seit dem ersten nachgewiesenen Auftauchen eines Ginkgobaums vor ca. 300 Mio. Jahren erlebte die Erde zahlreiche Katastrophen, durch die in den Meeren ca. 80% der Arten und auf dem Land eine große Anzahl von Pflanzen und Tieren - z.B. Dinosaurier - ausstarben.

Der Ginkgo ist somit, um einen Ausdruck von Charles Darwin zu gebrauchen, ein »lebendes Fossil«.

Als am 6. August 1945 die erste Atombombe über Hiroshima explodierte, erlitten mehr als 300.000 Menschen Verletzungen, Verbrennungen, Spätschäden durch atomare Strahlungen, Tausende starben sofort.

Die gesamte Fauna und Flora wurde vernichtet, nichts wuchs mehr auf dem verbrannten Boden.

Einzige Ausnahme war ein ehemals imposanter Ginkgo biloba, der wie ein Strohhalm gebrannt hatte. Mit ungläubigem Staunen beobachtete man, wie im nächsten Frühjahr der Ginkgo einen neuen Sproß inmitten der total zerstörten Umwelt hervorbrachte. Der Sproß wurde sorgfältig gepflegt und ist heute ein schöner Baum, der Hoffnung in die Zukunft symbolisiert.

Botanisch stellt der Ginkgo ein Verbindungsglied zwischen Farnen - vegetativ hochentwickelte Kryptophyten mit archaischer Fortpflanzung und den eigentlichen Samenpflanzen dar.

Der Ginkgo verbreitet weder Sporen (wie die Farne) noch Samen (wie der Nußbaum) sondern eine Samenanlage. Auch damit nimmt der zweihäusige Baum eine Sonderstellung ein.

In China und Japan wird der Ginkgo seit alters her als heiliger Baum in buddhistischen Tempelanlagen und Klostergärten angepflanzt. Die Zweihäusigkeit des Ginkgo entspricht dem Wunsch nach Dialektik: männliches und weibliches Prinzip, Yin und Yang.

Auch im Westen beeindruckte die Schönheit und Fremdartigkeit des Baums. Von der zweilappigen Form des Ginkgo-Blattes inspiriert, schrieb Goethe dieses Gedicht:

gedicht_goethe

Dieses Baums Blatt, der von Osten
meinem Garten anvertraut,
gibt geheimen Sinn zu kosten,
wie's den Wissenden erbaut

Ist es ein lebendig Wesen,
das sich in sich selbst getrennt?
Sind es zwei, die sich erlesen,
daß man sie als eines kennt?

Solche Fragen zu erwidern,
fand ich wohl den rechten Sinn:
Fühlst du nicht an meinen Liedern,
Daß ich eins und doppelt bin?


J.W. Goethe West Östlicher Divan, Tübingen 1819

Aus der mythischen Rolle des Ginkgo-Baums ist sicher manche Verwendung zu erklären: So gelten gebrannte Ginkgo-Samen als Delikatesse, die in Asien bei Hochzeitsfeiern und großen Empfängen angeboten werden. Die größte Aufmerksamkeit galt aber immer den Blättern, sowohl in der Kunst wie in der traditionellen Medizin. Therapeutische Verwendung wird in der Sammlung »Cheng Noung Pen Ts'ao« schon 2800 Jahre vor Christus beschrieben und findet sich bis heute im »Handbuch der Barfußmedizin« bei sehr unterschiedlichen Indikationen.

In der westlichen naturwissenschaftlich geprägten Medizin wird ca. seit den 1960er Jahren ein Extrakt aus Ginkgo-Blättern therapeutisch eingesetzt. Die Wirkung auf Hirnstoffwechsel und Durchblutung sind allgemein anerkannt. Wirkungsweise und weitere Anwendungsgebiete werden intensiv erforscht. Es gibt in der Pharmazie wenige Pflanzen mit so vielen Facetten: Chemisch, biologisch, kulturhistorisch, ästhetisch.

Der naturwissenschaftlichen Forschung gelang es, überlieferte Heilmethoden wissenschaftlich zu belegen und die wertvollen Eigenschaften eines Baumes, der 300 Millionen Jahre die Umwälzungen und Katastrophen der Erdgeschichte überdauert hat, teilweise zu erklären und der modernen Medizin ein wirksames Arzneimittel zur Verfügung zu stellen

Die elegante Form der Blätter, ihre schöne Farbe, die zugleich weiche und feste Struktur, die ungewöhnliche Äderung, die überwältigende Schönheit der Herbstfärbung faszinieren den Betrachter und erinnern daran, daß nicht nur Arzneimittel sondern auch Sinneswahrnehmungen unser Wohlbefinden bestimmen.

Das Ginkgo-Blatt symbolisiert in geradezu idealer Weise unsere Arbeit als Apotheker.

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